But first coffee

Meine kleine Blog-Schnecke hat sehr lange Winterpause gemacht, viel länger als geplant oder gedacht. Und das ist gut so, denn das Leben 1.0 hier hat uns die letzten Wochen gerade mal wieder gelehrt, dass das Hier und Jetzt, der Moment und das Miteinander so viel bedeutsamer sind als Pläne – und dass manchmal eh einfach alles anders kommt.

 

Genäht habe ich diesen Winter sehr viel, die Stapel der Kleidungsstücke, die vielleicht noch vor die Kamera und auf den Blog wollen, ist gross. Nähen ist Musse für mich, beim Nähen kann ich Kraft tanken, zur Ruhe kommen, gerade dann, wenn ich einfach nähe – für mich, als Wunscherfüllerin für meine Familie, ohne schon wieder einen möglichen Blogpost vor Augen zu haben.

Neben dem Nähen gibt es in meinem Alltag noch einen zweiten Ruhepunkt: Sobald am Morgen die ganze Familie ausgeflogen ist, heisst es für mich erst einmal: but first coffee! Häufig hätten der Herzensmann und ich den Kaffee nötig (doppelter Espresso, mindestens!) vor all den kleinen und grossen Dramen und Aufregungen, die es auszuhalten und aufzufangen gilt, bis alle vier Schulkinder mit ihren sieben Sachen pünktlich aufbruchbereit sind. Die Aussicht auf diesen ganz ruhigen Moment, wenn alle ausgeflogen sind, auf dieses ‚but now coffee‘ ist hier aber fast wirksamer als als besagter doppelter Espresso.

Ich nutze meinen Kaffee-Moment am Morgen, um im Tag anzukommen, mir zu überlegen, was heute ansteht, wie ich den Tag organisieren, manchmal auch einfach, um eine kleine Weile dazusitzen, aus dem Fenster zu schauen und einfach da zu sein: Mich in eine Kapuze zu kuscheln und die langen Ärmel bis weit über die Hände zu ziehen. Und dafür ist mein „neuer“ Hoodie perfekt.

Der Herzensmann und ich pflegen noch ein anderes Kaffeeritual. Und dabei hat es der da schon nicht mehr wirklich neue Hoodie MAelice auch vor die Kamera geschafft.  Dann schwinge ich mich, wenn auch das letzte Kind aus dem Haus ist, aufs Velo und fahre zum Flughafen, um mit dem Herzensmann eine Kaffeepause zu verbringen. Im turbulenten Grossfamilienalltag ist das manchmal die einzige gescheite Möglichkeit, um zu zweit Dinge zu besprechen, einen Latte Macchiato lang über Gott und die Welt zu sprechen und dabei Flugzeugen zuzuschauen. Das tut gut. But first coffee – und dann kann und darf der Alltag wieder toben.

Die Flughafen-Umgebung – Arbeitsplatz des Herzensmannes – bietet auch viele Wände, um sich da mal kurz mit einem (farblich passenden!) Coffe-to-go-Becher hinzustellen – nur im leichten Hoodie trotz eisiger Bise. 😉 Ich brauchte danach einen weiteren heissen Kaffee! 😉  Auf diese Wand im speziellen hat mich Sindy bei ihrem Besuch über Silvester/Neujahr gebracht, danke dir!

MAelice mit seiner besonderen Schnittführung hat es mir auf den ersten Blick angetan: Ein bequemer und alltagstauglicher (Stichwort: Familienwahnsinn) Hoodie, dank der Falte aber doch ein bisschen schicker als ein ganz normaler Hoodie. Im November habe ich im Stoffbüro auch gleich Stoff für meine MAelice mitgenommen: Stoffbüro-Sweat in bordeaux, was sonst. 😉

Empfohlen ist für MAelice eigentlich ein Sweat mit etwas Stand bzw. kuscheliger Wintersweat. Der Stoffbüro-Sweat fällt als Sommersweat dagegen eher weich – für mich ist er dennoch die perfekte Wahl, da so der Ausschnitt schön wasserfallartig fällt. Auch habe ich in einer spontanen Eingebung (natürlich kam die beim Kaffeetrinken) eine Grösse kleiner zugeschnitten als von den Massen her empfohlen, so ist meine MAelice etwas figurumspielender, was für den etwas schickeren Look unterstreicht. Zusammen mit mit meinen Lieblingsjeans und meinem gehäkelten Dreieckstuch ist es für mich ein lässig-schickes Lieblings-Alltagsoutfit in diesem Winter geworden. (Ich brauche noch eine MAelice, wenn ich meinen Waschrhythmus nicht markant erhöhe.)

Bevor ich nun weitere Nähpläne „z Fade schlaa“, genau: but first coffee – natürlich aus der Stoffbüro-Tasse. 😉 Einmal tief durchatmen, im Tag ankommen, vielleicht eine Runde bei RUMS drehen zur Inspiration und herausfinden, was hier als nächstes ansteht oder genäht werden will, vielleicht. Oder einfach mal schauen, was das Leben heute für mich und uns bereithält.

Habt’s fein und trinkt Kaffee 😉
Kathrin

 

Schnitt: Hoodie MAelice von kibadoo
Stoff: Bio Sweat Bordeaux von Stoffbüro (in Bordeaux leider ausverkauft)
verlinkt bei: RUMS, ich näh Bio, bio:stoff

 

 

5 Gedanken zu „But first coffee

  1. Ani Lorak

    Schöner Text. Ich lese gerne bei Dir auf dem Blog. Der Pulli steht Dir gut und auch die Farbe mag ich gern. Ja – wichtig im Alltag an sich zu denken und manchmal an sich zu erst. Wie in Notsituationen, erst um sich selbst kümmern, dann kann man helfen. Einen schönen Tag. Hier scheint die Sonne und hach, es ist gleich alles leichter – wenn auch eiskalt.

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  2. pedilu

    Sieht großartig aus, liebe Kathrin!

    Und so eine Kaffeepause mit meinem Herzensmann fehlt hier definitiv. Aber ich befürchte, für’s Fahrrad ist der Weg zu weit.

    Aber die Ruhe ganz alleine ist ja auch unschlagbar. ☺️

    Liebe Grüße, Petra

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  3. Lee

    Den Moment morgens kenne ich nur zu gut, manchmal würde ich mich am liebsten wieder ins Bett legen 🙂 Dein Hoodie ist ein Traum, vor allem für dich in der Farbe, einfach perfekt.
    Liebe Grüße,
    Lee

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  4. Kirsten

    Oh ja, auch wenn es im Vergleich zu Dir bei uns morgens eher wie in einem Altenheim zugeht :-), geniesse auch ich die Ruhe, wenn beide Männer aus dem Haus sind, immer eine halbe bis dreiviertel Stunde bevor ich dann in meinen Büroalltag durchstarte. Dann gibt es eine Tasse Tee (Grüntee übrigens, nicht Friesentee ) und oft bummle ich auch nur rum oder schneide einfach mal ein neues Nähprojekt zu. das ist für mich die kostbarste Zeit am Tag. Dein Hoodie ist übrigens genial und steht dir hervorragend auch in dieser Größenwahl.

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  5. Kerstin

    Steht dir ganz hervorragend dein Kuschelpulli. Bislang hat mir der Schnitt nie gefallen, wenn ich ihn irgendwo gesehen habe. Aber deine Version sieht super aus. Ein bisschen figurbetont mag ich einfach mehr.

    LG,
    Kerstin

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