Softshelljacken

Dieser Blogpost war so nicht geplant, genau so wenig wie ich je geplant hatte, für drei unserer vier Kinder Softshelljacken zu nähen. Im Frühjahr waren quasi über Nacht die Kinder wieder gewachsen und ihre Softshelljacken zu klein – neue mussten her, ziemlich rasch. Die zuletzt genähte Jacke für den grossen Sohn habe ich euch letzte Woche gezeigt, die Softshells Nr. 1 und 2 für die Töchter entstanden schon im Frühjahr.

Die Maxi-Tochter hatte relativ klare Vorstellungen, wie ihre neue Softshelljacke aussehen sollte (nachdem sie drei Jahre lang die alte ihres Bruders ausgetragen hat): blau, schlicht, cool. Irgendwie fand sich das auf die Schnelle aber nicht in den abgeklapperten Läden, dafür entdeckte sie Softshell-Stoff, der ihren Vorstellungen entsprach: blauen „Zauber-Softshell“, bei dem Regentropfen ein Regentropfenmuster hervorrufen. (Wie das aussieht, könnt ihr z.B. bei der Jacke, die Ivonne für ihre Tochter genäht hat, sehen.)

Und so beschloss ich, einfach mal ganz unspektakulär das zu nähen, was gerade gebraucht wird: praktische Jacken für die Übergangszeit (genau das, was ich normalerweise kaufe, weil der Bedarf so dringend ist). Wenn ich schon dabei bin, kann ich auch gleich mehrere nähen, ohne Schnickschnack, nur für die Kinder und nicht auch noch ein bisschen für den Blog.

Genäht habe ich zweimal die Softshelljacke von lillesol & pelle und zwar in der STARS-Version, die zusätzlich in der Naht liegende Reissverschlusstaschen sowie einen Reissverschluss-Untertritt mit Reissverschluss-Verstecker beinhaltet. Statt einer Gummikordel habe ich das Kapuzenmittelteil mit einem Elast eingekräuselt; die Idee, die sich im Alltag bewährt hat für uns, habe ich einer Kaufjacke abgeschaut.

Die Jacken war dank der guten Anleitung eigentlich relativ rasch genäht und sitzen beiden Töchtern gut. Das einzige, was wir etwas bemängeln, sind die Jackentaschen, die eher klein ausfallen – bei einem nächsten Mal würde ich da wohl etwas tüfteln, ob sich die Naht, in der die Taschen liegen, etwas verschieben lässt, um etwas grössere Taschen zu erhalten.

Bei der Jacke für die Maxi-Tochter habe mit korallfarbenen Reissverschlüssen einen frechen Kontrast zum hellblauen Softshell gesetzt. Die Reflektoren hat die Maxi-Tochter gleich selbst entworfen: schlichte Rauten, die einen coolen Akzent setzen.

Für die freche und fröhliche Mini-Tochter habe ich einen bunten Tropfenstoff vernäht, der – wie ich finde – so gut zu ihr passt. Sie hingegen findet, dass sie schon auch lieber einen coolen Zauber-Softshell gewollt hätte. In ein paar Jahren kann sie ja erben. 😉 Als verspielten Akzent gab es hier Reflektoren-Wolken.

Warum es nun doch einen Blogpost gibt? Weil Softshelljacken so gut in den November passen? Nicht wirklich, wobei für mich der November schon ein Jacken-Monat ist. Die Jacken sind gut eingetragen, haben sich bewährt, haben schon so manches Abenteuer bestanden (der erste Flicken zeugt davon 😉 ) – und so war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis sie mehr zufällig auf Fotos landen, die einfach so quasi im Spiel auf einem Sonntagsspaziergang entlang des Flughafens im Novembergrau entstehen.

Da ich diese (vielen) Bilder in ihrer Ungeplantheit so toll finde, gibt’s nun einen Blogpost zu den Softshelljacken. So einfach ist das.

Und dieser Blogpost ist eine Hommage an all diese pragmatisch genähten und unspektakulären Alltagsteile, die es nie auf den Blog schaffen, in denen deswegen nicht weniger Herz steckt, die ganz oft  viel inniger geliebt und tausendfach mehr getragen werden. Habt ihr auch solche Teile?

Liebe Grüsse,
Kathrin

 

Schnitt: Lillesol basics No. 49 Softshelljacke von lillesol & pelle.
Stoffe: Softshell Regentropfen bunt und Magic-Softshell Regentropfen blau, beide via afs (da nicht mehr erhältlich).
verlinkt bei: AfterWorkSewing, Kiddikram

 

 

 

 

Ein Gedanke zu „Softshelljacken

  1. Steffi/herzekleid

    Ob ich auch solche Teile habe? Massig! 🙂 Kindershirts vor allem. Leggins, Unterwäsche, Pyjamas. Was so „nebenbei“ anfällt, oft auch aus Resten…. Ich finde nicht, dass diese Teile es nicht wert sind, gezeigt zu werden, es fehlt eher an Lust und Energie immer alles zu fotografieren….
    Die Softshelljacken, die Du genäht hast, sind aber ganz toll! Das wäre mir wohl sogar zu aufwändig… da nähe ich eher die Alltagsbasics….
    Liebe Grüße!
    Steffi

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