Von Kapuzen und Komfortzonen I #CosyLoungewear

Immer schön naadisnaa, alles etwas ruhiger angehen zu lassen, das ist gerade mein Plan. Da ich im Pläne Verwerfen und Umkrempeln aber besonders gut bin, ist dieser kleine Vorsatz, es etwas gemütlicher anzugehen, schon eine ziemlich grosse Herausforderung. Müsste ich ein Bild meines Ideenstroms, was ich alles noch wollte, möchte, könnte und sollte, zeichnen, würde ich am besten auf ein Flugradarbild zurückgreifen, Stichwort Jetstream über dem Atlantik in den Stosszeiten. Da gemütlich wie eine Schnecke seinen Weg zu suchen und einfach mal den Flugverkehr auszublenden, ist daher echt nicht einfach für mich.

Zum Glück gibt’s Catrin vom Stoffbüro, die diesen Herbst als Zeit der Gemütlichkeit ausgerufen hat. #CosyLoungewear heisst das neue Motto im Stoffbüro: Nachdem wir es uns zu Hause gemütlich genäht haben, ist nun gemütlich Chillen daheim angesagt. Gemütlich, kuschelig, bequem und komfortabel – letzteres war mein Stichwort: Ich bleibe schön in meiner Komfortzone, keine Experimente, kein Ausschau halten nach exotischen Flugobjekten bzw. ausgefallenen Ideen, es mir einfach mal schön bequem machen und meine Komfortzone nicht verlassen: Kapuzenjacke!

So ganz bequem habe ich es mir dann nicht gemacht, denn meine Kapuzenjacke habe ich mir wie schon hier aus einem Shirt-Schnitt gebastelt – okay, vielleicht habe ich es mir doch sehr bequem gemacht, da ich einfach zu faul war und bin, einen Kapuzenjackenschnitt, der mir passt, zu suchen geschweige auszudrucken und zu kleben. Jacken nähen gehört hier definitiv auch in die Kategorie Komfortzone, da ich tatsächlich sehr gerne Jacken nähe, gerade auch solche, die erst vom Shirt zur Jacke werden sollen.

Ausgangspunkt ist der Shirtschnitt aus Steffis Shirtbuch, genauer die Variante mit Passe und Kräuselung sowohl am Rücken- als auch am Vorderteil, um eine schön gemütliche Mehrweite zu erhalten (dass ich schon beim letzten Mal etwas von der Weite wieder rausgenommen habe, hatte ich erfolgreich vergessen, jetzt ist es eben besonders viel kuschelige Weite). Wie ich nun daraus eine Jacke gebastelt habe, erkläre ich grob am Ende dieses Beitrags.*

Da Steffis Shirtschnitt keine Kapuze enthält, musste ich auch da ein wenig tricksen. Ich habe mir die Elsenkapuze, die ich sehr mag (und die mit Monika von einem weiteren StoffbüroCrew-Gspänli stammt), genommen und an den Ausschnitt angepasst. Dafür musste ich die Kapuze gegen hinten, also zwischen dem Schulternahtpunkt und dem Punkt für die hintere Mitte etwas verlängern – und die Kapuzenform entsprechend leicht anpassen. Am Vorderteil habe ich die Kapuze etwas eingekürzt, so dass die Kapuzenkante der Ausschnittlänge zwischen Schulternaht und vorderer Mitte entspricht. Auch wenn Monika ab meiner „Stümperei“ wohl wieder die Hände verwirft, es hat geklappt, was will ich mehr – Komfortzone Verlassen und weniger Stümpern ist ein andermal wieder dran. ;-

Um den Gemütlichkeitsfaktor noch etwas zu erhöhen, habe ich für die Bündchen die Rückseite des Sweats genommen, so lässt sich mit der anderen Stoffstruktur wunderbar ein dezenter und gemütlicher Akzent setzen. Ein kleines Label, gebastelt aus der Druckkante des ‚kreiselt‘-Jerseys und etwas kupferfarbenem Schrägband, musste auch noch sein: Ich liebe solche kleine Spielereien, sich solche auszudenken und umsetzen, das ist für mich etwas vom gemütlichsten am Nähen.

Nähtechnisch perfekt ist anders, dafür hat das Reissverschluss-Einnähen mich diesmal echt zu sehr zum Fluchen gebracht, aber für mich ist diese Kapuzenjacke im Moment dennoch perfekt: Ich habe das ‚kreiselt‘-Design von Änni, das so sehr meins ist, in den Herbst und Winter mitgenommen – als Shirt (Komfortzonen-Schnitt FrauLiese) und als Kapuzenfutter, umgeben von wunderschönstem Bordeaux in absolut genialer Sweat-Qualität aus dem Stoffbüro. Ich habe eine wundervolle Jacke zum Abhängen, Chillen – inkl. Kapuze, um den Blick gegen oben (Flugverkehr) zu behindern und schön gemütlich unterwegs zu sein.

Die Jacke hat in ihrer ersten Lebenswoche trotz oder gerade wegen viel Gemütlichkeit schon ganz viel erlebt: Besuch bei guten Freunden – mit lauschiger Bank und toller Tür 😉 – , Zoobesuch mit der ganzen Familie und eine echte Kraxelpartie bzw. Wanderung bei schönstem Herbstwetter. Fürs Sofa und den dicken Schmöker war das Wetter einfach zu fantastisch. Und soll ich euch etwas verraten, in dieser Woche gelang es mir auch tatsächlich, alles schön naadisnaa anzugehen. Vielleicht sollte ich einfach, wenn der Flugverkehr mal wieder zu turbulent ist, in die Jacke schlüpfen und Kapuze aufsetzen – und gut und gemütlich eingekuschelt von Flügen aus der Komfortzone und abenteuerlichen Ausflügen in ferne (Näh-) Gefilde träumen … oder einfach den Moment geniessen …

Ich befürchte ja, wenn ich diese und nächste Woche bei Catrin und meinen StoffbüroCrew-Gspänli Dominique, Danie, Petra, Annika, Lena, Vivien und Kerstin vorbeischaue, wird der Flugverkehr wieder zunehmen bzw. die to sew-Liste länger werden und das Ideenkarussel schwindelerregend drehen. Da wird es schon schwieriger, an meinem naadisnaatischem Plan festzuhalten, zumal es auf all die cosy Loungewear-Stoffe (Sweatshirtstoffe, Printjerseys, Kuschelfeinripp) und viele Schnittmuster im Stoffbüro bis zum 29. Oktober 2017 auch noch 15% Rabatt gibt …

Die nächste gemütliche Kapuze zeige ich euch nächste Woche, die übernächste Kapuze ist schon fast fertig und die überübernächste Kapuze bereits in Planung … es sieht hier tatsächlich so aus, als ob das mit der Gemütlichkeit diesen Herbst ganz prima klappen könnte.

Eure kapuzierte Kathrin

 

Stoffe: Stoffbüro Bio Sweat uni bordeaux und Stoffbüro Bio Jersey ‚kreiselt‘ bordeaux (die Stoffe wurden mir vom Stoffbüro zur Verfügung gestellt)
Schnitte: Jacke nach Shirtschnitt aus dem Buch Alles Jersey, Shirts und Tops, von Stefanie Brugger aka Fabelwald mit Kapuze von Else von schneidernmeistern I Shirt FrauLiese von schnittreif
verlinkt bei: RUMS, ich näh Bio, bio:stoff

 

*Mini-Tutorial: Wie aus einem Shirt eine Jacke wird

Das Vorderteil habe ich beim Zuschnitt mit 1cm Abstand/Nahtzugabe am Bruch zugeschnitten. Auch die Tasche habe ich mit 1cm Abstand im Bruch zugeschnitten und diese dann auf das noch ungeteilte (und in diesem Fall eingekräuselte und abgesteppte) Vorderteil angebracht. Nun habe ich links und rechts der Mittelline mit einem grossen Geradestich die Tasche an die Jacke geheftet, bevor ich das Vorderteil entlang der Mittellinie geteilt habe. Danach werden ganz normal die Schulternähte geschlossen, die Ärmel genäht und die Seitennähte geschlossen. Bevor der Reissverschluss eingesetzt wird, wird das Bündchen an der einen Kante gedehnt an die Unterkante der Jacke genäht, danach  die noch offene Kante des Bündchens auf die nun angenähte Kante gefaltet und die Mitte markiert. Bei dieser Markierung wird der Reissverschluss angesetzt, die noch offene Hälfte des Bündchens um den Reissverschluss herum geschlagen.  Beim Einsetzen des Reissverschlusses markiere ich, sobald die eine Seite eingenäht ist, auf dem Reissverschlussband der anderen Seite die Taschenkante, die Bündchenkante und hier die Kante der Passe. So schaffe ich es in der Regel, auf Anhieb den Reissverschluss ganz gemütlich und schön einzunähen – also eigentlich wirklich immer, ausser dieses Mal, weshalb ich irgendwann nicht mehr den Nerv hatte, weiter mitzufotografieren. Den Reissverschluss habe ich auf der Jackeninnenseite mit einem Jerseystreifen versäubert, ebenso die Naht, mit welcher die Kapuze angesetzt wird.

 

 

 

 

 

 

4 Gedanken zu „Von Kapuzen und Komfortzonen I #CosyLoungewear

  1. Lilo

    Die Kapuzenjacke ist wunderschön geworden! Ich mag die Farbkombination besonders, das ist wirklich sehr hübsch und das Tutorial ist auch toll! Ich suche schon so lange nach einem guten Kapuzenjackenschnitt, bin aber nie zufrieden. Vielleicht muss ich mir meine „Traumjacke“auch einfach selbst basteln….

    Ein schöner Blog, der Erinnerungen an unsere Jahre in der Schweiz weckt!

    Liebe Grüße
    Lilo

    Antworten
  2. :: stoffbüro ::

    Liebe Kathrin,

    den Reflex, zu schreiben: „Bitte einmal zu mir!“ verkneife ich mir: Diese Jacke ist einfach so 100% Kathrin und „naadisnaa“, auch wenn ich sie natürlich nehmen würde ;-). Dank Deiner knappen Anleitung kann ich sie ja nachnähen – vielleicht ohne die Kräuselung. Aber unbedingt mit so hübschen Details, wie Du sie immer findest 🙂

    Liebe Grüße
    Catrin

    Antworten
  3. Pingback: Häsli-Hoodie I #CosyLoungewear | naadisnaa

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