Reisebegleiter

Vom ersten Ansetzen der Schere an wusste ich, diese Jacke soll mich auf meine Reise nach New York begleiten. Eine weise Einsicht, denn die Jacke war das meist(mit)getragene Kleidungsstück (abgesehen von den bequemen Sneakern) auf unseren Entdeckungstouren durch diese gigantische Stadt.

Jacken mit Reissverschluss stellen hier eine Komfortzone dar, die zu verlassen ich mir eigentlich immer wieder vornehme und doch nicht schaffe. Und doch ist es okay, dass ich meinen Jacken so treu bleibe: Ich trage sie wirklich viel und meist, bis sie auseinanderfallen. Und, ich nähe richtig gerne Jacken, gerade weil sie nicht huschhusch genäht sind und aus mehreren Teilen bestehen. Vielleicht sind RV-Jacken, gerne auch mit Kapuze, so etwas wie mein Schneckenhaus, das mich als stärkender Rückzugsort begleitet, wenn ich mich aufmache, die Welt und das Leben zu entdecken. In der Tat ist jedes Mal, wenn ich einen Koffer packe, mindestens eine solche Jacke mit im Gepäck.

Ein bisschen habe ich mit dieser Jacke meine Komfortzone aber verlassen: Die Farbe ist für meine Verhältnisse ungewohnt hell und es ist in Form des Reissverschlusses, der Häkelspitze und der hervorblitzenden Stoffrückseite die Farbe Weiss vertreten, eine Farbe, die ich ansonsten meide wie der Teufel das Weihwasser. Als ich den Stricksweat (ein fantastisches Material) in der Farbe Pheasant von Nosh sah, wusste ich, dass ich mich diesem Abenteuer stellen will: Weiss und hell, eine leichte Jacke als Sommerbegleitung. Ich hatte ein klares Bild der Jacke vor Augen, als ich mich auf die Näh-Reise machte, auf der ich – typisch für mich – naadisnaa, Naht für Naht, geschaut und entschieden habe, welchen Weg ich nun genau einschlage.

Als Schnittgrundlage habe ich aus Steffis Shirt-Buch die Version mit Passen und eingekräuselter Mehrweite gewählt. Ich habe eine Nummer grösser als üblich gewählt, da die Jacke ja aus Sweat ist, und das Vorderteil nicht im Bruch, dafür mit etwa 1cm Nahtzugabe für den Reissverschluss zugeschnitten. Dann habe ich mich kurz verirrt auf meinem Weg und habe die Variante mit U-Boot-Ausschnitt zugeschnitten, was ich so nicht wollte und auch nicht optimal finde, aber mich auch nicht weiter stört – und die nächste Jacke und Näh-Reise kommt bestimmt. 😉

Am Kragen habe ich die obere Kante einfach nach aussen hin umgeschlagen, abgesteppt und eine Kordel in den so erhaltenen Tunnelzug eingezogen. Das unterstreicht, wie ich finde, den leichten und unkomplizierten Look der Jacke, zumal die Stoffrückseite ja auch wirklich reizvoll ist.

Am Bund habe ich Tunnelzüge abgesteppt und Gummiband eingezogen, so dass sich der Bund etwas kräuselt. Auch das war eine sehr spontane Entscheidung, die sich aber für mich sehr bewährt hat.

Ganz spontan entstand auch die Mamina aus Flamé in der gleichen Farbe von Nosh. Eigentlich war der Stoff für meine Töchter gedacht, die ihn aber unisono ablehnten, worüber ich im nachhinein nicht unglücklich bin; denn ich mag mein neues Shirt sehr. Ich mag ganz besonders die Stofftextur des Flamés, der sich richtig angenehm trägt. Die Kombi von Mamina, eigentlich für Webware ausgelegt, und dem nur wenig dehnbaren Flamé finde ich ziemlich perfekt; weiterer Flamé von Nosh ist bereits zu weiteren Maminas zugeschnitten.

Die Jacke ist genau so unkompliziert und kombifreudig, wie ich sie mir ausgemalt hatte. Die für mich eigentlich eher ungewohnte Farbe fügt sich richtig gut in meine Sommergarderobe ein. Da sie farblich sowohl zu meiner schon gezeigten Washi Tunic als auch zur Tunika, die ich euch nächste Wohe zeige, aber auch zu einigen meiner unifarbenen Basicshirts passt, ist sie der perfekte Reisebegleiter geworden – und war entsprechend jeden Tag auf unseren Touren durch New York dabei, auch zum Stoffe Shoppen in Brooklyn. 😉 Und all die dunkelroten Wände da haben wohl nur auf mich und mein neues Reiseoutfit gewartet.

Und wenn wir bald in Richtung Nordsee aufbrechen, wird diese Jacke ziemlich sicher auch mit im Gepäck sein, denn irgendwie habe ich das Gefühl, die funktioniert auch am Meer ziemlich gut, z.B. dazu kombiniert.

Frohes Näh-Reisen wünsche ich euch,
Kathrin

 

Stoffe: Stricksweat, Pheasant und Perhonen Flamé, Pheasant – Black, Nosh (die Stoffe wurden mir von Nosh im Rahmen einer Kooperation zur Verfügung gestellt)
Schnitte: Jacke nach eigener Konstruktion auf Grundlage des Shirt-Schnittes aus dem Buch Stefanie Brugger, Alles Jersey – Shirts und Tops I Shirt Mamina von ki-ba-doo
verlinkt bei: RUMS, ich näh‘ Bio, bio:stoff

 

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2 Gedanken zu „Reisebegleiter

  1. Lee

    Deine Jacke ist so schön, und ich kann es auch nur wiederholen-dieser Stoff ist fantastisch! Und jedes mal wenn du NY schreibst kommt die Erinnerung zurück und dadurch kann ich mir dich auf diesen Straßen sehr gut vorstellen.
    Liebe Grüße,
    Lee

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  2. Steffi/herzekleid

    Ein Traum! Ich hab’s Dir ja schon gesagt, aber ich will jetzt auch so eine Jacke – obwohl ich eigentlich nicht so der Sweatjacken-Typ bin… Hast Du für den Kragen ein Rechteck angenäht?
    Und ich find’s ziemlich gut, dass Deine Töchter den Schmetterlingsstoff abgeleht haben – Dir steht er nämlich ganz ausgezeichnet, und Deine Mamina-Shirts find ich so hübsch!
    Ganz liebe Grüße,
    Steffi

    Antworten

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