Washi am Fenster

Geduld ist nicht unbedingt meine Stärke, als ungeduldig würde ich mich aber auch nicht unbedingt bezeichnen. Ich mag es, Geduld zu haben. Geduld mit mir zu haben, das fällt mir meist am schwersten. Geduld, Nähte mehrmals aufzutrennen, will ich aufbringen, um weiterzukommen. Geduld im Alltag steht und fällt mit meiner jeweiligen Befindlichkeit und Einstellung, da kann ich Warten auch mal als geschenkte Zeit erleben.

Geduld hat für mich und uns als Familie auch viel mit Vertrauen zu tun, dass alles zu seiner Zeit geschieht, wenn es geschehen soll. Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht – selbst wenn wir das manchmal gern hätten. Und mit Vertrauen ins Leben und Geduld öffnen sich dann manchmal ganz unerwartet Fenster und Türen, die Antworten bringen, Träume erfüllen und neue Wege aufzeigen.

Ich war noch nie ausserhalb Europas, es hatte sich nie ergeben, es war einfach so. Aber ich träumte von der weiten Welt da draussen, schaute den Langstreckenflugzeugen, die über uns abdrehen, mit dem Gedanken „hach, es wäre schön…“ nach. Als sich Anfang Jahr überraschend die Türen zu einem  Langstreckenflug für uns öffneten, freuten mein Mann und ich uns einfach sehr. Vor Himmelfahrt hoben wir ab – zu zweit – nach New York.

Mit ihm Gepäck war unter anderem eine weitere Washi Tunic, einer meiner aktuellen Lieblingsschnitte. Diesmal habe ich mich mit viel Geduld an ein FBA (Full Bust Adjustement) gesetzt, noch immer nicht ganz optimal, aber ich werde geduldig weiter probieren. Auch der Stoff ist mir quasi durch ein offenes Fenster zugeflogen. Beim Nähkomplott in Zürich im Februar habe ich bei Ines von karlottapink die wunderschönen indischen Blockprintstoffe gestreichelt, dabei ist mein Blick immer wieder an „Diamonds red“ hängen geblieben – Michela ertappte mich dabei und sagte, „hey, der schreit deinen Namen, fertig gestreichelt, nehmen!“ Liebe Michela, du hattest ja so recht. 😉 Ich wusste auch sofort, dass aus diesem luftig-leichten Stoff ein Washi werden soll.

Und dieses Washi war wohl – neben den bequemen Sneakern – das von mir meistgetragene Kleidungsstück in New York. Ich fühle mich mit dem Schnitt einfach wohl, der Stoff hat eine wunderbare Leichtigkeit, jetzt schon ein Lieblingsstück. Die Fotos sind nach vielen Stunden zu Fuss quer durch das inspirerende und gigantische New York bei einer kurzen Verschnaufpause in unserem Hotelzimmer entstanden, Washi hat das prima mitgemacht.

Wir haben das Fenster zur weiten Welt voller Freude aufgestossen und die Auszeit zu zweit sehr genossen. Und die gemeinsame Zeit hat uns einmal mehr darin bestärkt, dass unsere Stärke nicht im ungeduldigen Warten, dafür im geduldigen Vertrauen auf die Fenster und Türen sind, die sich uns immer wieder öffnen werden. Vielleicht ist ja Geduld doch eine meiner Stärken? 😉

Ich werde euch in nächster Zeit noch ein zwei Fenster unserer New York-Reise öffnen, während es hier gleichzeitig eher ruhiger wird, da es das Leben 1.0 gerade sehr gut meint mit offenen Türen und Fenstern. naadisnaa – schön nach und nach, ein Schritt nach dem anderen – ist hier gleich doppelt und dreifach angesagt.

Seid lieb gegrüsst,
Kathrin

 

Schnitt: Washi Dress, Made by Rae (der Schnitt enthält sowohl die Kleid- als auch die Tunika-Variante)
Stoff: Indischer Blockprint „Diamonds red“ von karlottapink
verlinkt bei: RUMS

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8 Gedanken zu „Washi am Fenster

  1. Ani Lorak

    Schöne Fotos. Washi steht Dir, passt. Ja…alles hat 2 Seiten und Ungeduld ist nicht immer schlecht….

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  2. Tatiana

    Das hast du so schön geschrieben ♡
    (Mir fehlen oft für meinen Blog die Worte und ich schreibe nur wenig)
    Und dein Washi ist ein Traum und steht dir ausgezeichnet!

    Ich war auch noch nie weit weg …. einmal nach London geflogen – das wars …. wenn ich nicht so Angst vorm Fliegen hätte, wäre mein nächstes Ziel Botswana, Verwandtschaft und die wunderbare Natur besuchen 🙂 … mal sehn, wer weiß ….

    Liebe Grüße.
    Tatiana

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  3. Franzisca

    Ein sehr schönes Washi aus tollem Stoff! Und die Fotos und Text wecken einen ungeduldigen Wunsch nach einer Fernreise in trauter Zweisamkeit! 😉
    Ich hoffe, es wird nicht ganz ruhig auf deinem Blog – ich lese immer gerne mit – und freue mich aber für Dich für all die vielen offenen Türen und Fenstern!
    ganz en liäbe Gruess,
    Franzisca

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  4. Miriam

    Das letzte Bild gefällt mir mal wieder soooo gut. Da sieht man was das Washi Dress für eine schöne Silouette zaubert. Und du wirkst ganz mädchenhaft, wie du so in die weite Welt hinausschaut…

    Viele Grüße Miriam

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  5. Annamiarl

    Liebe Kathrin,
    ein sehr schöner Beitrag.
    wie schön dass ihr diese Reise machen konntet und wie schön du in deinem Top bist! <3
    Ich muss mich auch immer wieder dran erinnern dass man bestimmte Sachen einfach aushalten muss zu erwarten.
    GLG Anna

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  6. Lee

    Fenster und Türen überall…und du hast ein wunderschönes Fenster gefunden…oder es hat dich gefunden. Dein Top ist toll und der Stoff passt perfekt zu dir!
    Während ich deine wunderschöne Bilder angucke bereue ich es nichts genähtes in NY fotografiert zu haben. War mit voller Absicht weil ich mich ganz auf uns und die Stadt konzentrieren wollte…schön wäre es aber gewesen.
    Liebe Grüße,
    Lee

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  7. Kirsten

    So wunderschöne Bilder , wieder verpackt in viele schöne Sätze. Oft denke ich , bei dir bin ich gar nicht auf einem nähblog gelandet. Die Bluse seht dir super, sie passt zu dir, aber seien Texte und Fotos finde ich noch viel viel besser. Ich freue mich, das du deine Gedanken so gern mit uns teilst .
    Liebe Grüße, Kirsten

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  8. Pingback: Reisebegleiter | naadisnaa

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