jErika und eine Bärenhöhle

 

DSC_7871-klDas Nähzimmer ähnelt in letzter Zeit einer Höhle, in der die Bärin ihren Winterschlaf macht. Seit ein paar Tagen streckt und reckt sich die Bärin nun aber ab und zu ein wenig und auch ein wenig in Richtung Nähmaschine. So langsam brummt die Nähmaschine wieder und es rumort in der Winterschlaf-Bärenhöhle. Es wird aufgeräumt, geordnet und aussortiert, Winterstaub und noch älteren Staubschichten wird langsam der Garaus gemacht. Die Bärin muss sich erst einmal mehr Raum verschaffen, um sich wieder so richtig recken und strecken zu können.

DSC_7852-klGut gehütete und lange abgelagerte (Winter-) Vorräte werden in Augenschein genommen und ebensolche schon lange geplante Projekte in Angriff genommen. Ein bisschen Vorfrühlingsputz im eiskalten Januar. 😉 Auch auf dem Rechner schlummern noch ein paar Vorräte …

DSC_7860-klSo zum Beispiel meine jErika aus Baumwoll-Fleece, die bereits letzten Herbst entstanden und schon so einige Male ausgeführt worden ist, nachdem sie davor als Projekt auch über ein halbes Jahr in der Höhle vor sich hin schlummerte. Der Stoff lag da, der Schnitt war ausgedruckt und geklebt, der Reissverschluss war auch da – und dennoch verschwand das Projekt irgendwo in den Tiefen der Bärenhöhle. Vor dem Winterschlaf startete die Bärin bereits einmal eine kleine Höhlenputzaktion – die herbstlichen Temperaturen begünstigten da wohl auch, dass die Bärin das Projekt Winterfell hervorkramte.

DSC_7858-klDen schwarz-melierten Bio Baumwoll-Fleece – der ist so wunderwundervoll kuschelig und warm – habe ich vor gefühlten Urzeiten für eben dieses Projekt in der Eulenmeisterei gesucht und gefunden. Als Kombistoff für das Kragenfutter lag da eigentlich ein ebenfalls grauer Interlock – nur, dass mir im Herbst dann mehr nach etwas Farbe in Form von Bordeaux war. Die Taschenbelege sind noch nach dem ursprünglichen Plan grau gehalten. Der graue Reissverschluss wiederum wurde kurzerhand durch einen in Bordeaux ausgetauscht. Und wenn schon, denn schon: Das in rauhen Mengen in meiner Höhle „gehamsterte“ Zickzack-Schrägband verwendete ich zur Versäuberung von Reissverschluss und Nähten.

DSC_7861-klUnd nein, die von mir so geliebte Kapuze habe ich nicht vergessen. Schweren Herzens, aber ganz bewusst, habe ich mich gegen die ebenfalls im Schnitt vorgesehene Kapuze und für den Kragen entschieden, denn meine Fleece-jErika sollte nicht nur als eigenständiger Herbstbegleiter dienen, sondern auch dem Zweck als Unterziehwärmeschicht unter meinen Outdoor-Mantel dienen. Und beim Zwiebellook kann da eine Kapuze auch eine zu viel sein. – Ja, ich bin auch schon mit drei Kapuzen übereinander aus dem Haus, aber ein solcher Kapuzenberg ist dann selbst mir zu viel. Mein Outdoor-Mantel hat auch die End-Länge von jErika vorgegeben, so dass diese ein kleines bisschen kürzer ist als der Obermantel, wenn beide übereinander getragen werden. Nicht nur die Länge wurde vor dem Spiegel abgesteckt, nein – auch die Schulterpartie wurde mit Nadeln und Schere gepiesackt und passend(er) gemacht. Liebe Danie, ich bin neben dir einfach ein kleine schmalschultriger Zwergin 😉 – dafür habe ich wirklich viel dabei gelernt!

DSC_7859-klSehr glücklich bin ich über meine spontane Eingebung, innenliegende Ärmelbündchen zu nähen – wie oft war ich schon froh um diese Extra-Portion Kuschelfaktor der langen und gemütlichen Bündchen.

DSC_7867-klMeist habe ich jErika aber solo tragen können diesen Herbst – und ich bin wirklich zufrieden mit meiner „neuen“ Übergangs- und Kombijacke. Und das beste: Wenn zwei Meter Baumwoll-Fleece plötzlich nicht mehr in der Bärenhöhle bzw. dem Nähzimmer rumliegen, dann ist da plötzlich wieder viel Platz. Was die Bärin mit diesem gewonnenen Platz gemacht hat: genau, textile Wintervorräte angelegt, die nun wieder abgebaut werden wollen. 😉

DSC_7878-klAktuell kommt das Winterfell auch indoor zum Einsatz oder gar unter dem Daunenmantel – es sei, so habe ich gestern gehört, der kälteste Januar seit 1987 (in der Schweiz), da bin ich echt froh, habe ich im Herbst meinem Winterschlaf-Höhlenausstattungs-Trieb nachgegeben.

Ich bin dann mal wieder in meiner Höhle und rumore da dem Frühling entgegen 😉
Kathrin

 

Stoffe: Bio Fleece „Schwarz meliert“ von Lebenskleidung via Eulenmeisterei I Bio Jersey und Bündchen Bordeaux aus dem Stoffbüro
Schnitt: Kurzmantel jErika von Prülla
verlinkt bei: RUMS, ich näh‘ Bio, bio:stoff

 

 

 

9 Gedanken zu „jErika und eine Bärenhöhle

  1. Lee

    Super schöne Jacke! Die Farbe finde ich perfekt, toll zum kombinieren und der Stoff sieht sehr kuschelig aus…perfekt für den Winter.
    Ich wünsche dir noch viel Spaß in deiner Höhle,
    Lee

    Antworten
  2. Kirsten

    Heißt das, dass es jetzt Frühling wird, wenn Du Bärin Dich anfängst zu recken und zu strecken 🙂
    Mit der Jacke bist du aber bestens gerüstet für Frühjahr, wie für Winter. Tolle Idee, so etwas als Futterjacke zu benutzen. Da kann ich gleich ein paar Inspirationen sammeln, liegen doch hier Schnitt und grauer Walkstoff für eine jErika schon bereit.
    LG Kirsten

    Antworten
  3. Liesylotta

    Super schöne Jacke, die möchte ich endlich mal in kurz in Lüneburg nähen. Der erste Versuch ist bei mir voll daneben gegangen. Ob es am Stoff, der sehr steif und fest war, lag und natürlich auch an der die vor der Maschine sitzt sei dahin gestellt….:-)))))). Ich finde sie steht dir sehr gut.
    Bis bald
    Martina

    Antworten
    1. Kathrin Artikelautor

      Mit Danie höchstpersönlich und all den anderen schaffst du das in Lüneburg. Eigentlich ist jErika nicht schwierig zu nähen.😉

      Antworten
  4. Danie Prülla

    Whhhhoooww… Soll ich der Bärin noch Honig vorbeibringen?😉 Toll ist sie geworden, die Unterzieh-Drüber-Jacke☺ Deine Details sind phantastisch 😘👍🏼 Liebe Grüße Danie

    Antworten
  5. Ani Lorak

    Wieder einmal sehr schön geschrieben. Gefällt mir gut. Mag ich sehr gern. Auch die Jacke, liegt auch hier noch ungeklebt, aber Frühling sehe ich noch nicht insofern habe ich noch Zeit… Gefällt mir sehr. Ich mag vor allem die innenliegenden Bündchen in dem Bordeaux. Tolle Farbkombi. Auch ich habe mir vorgenommen, Stoffe vermehrt zu vernähen statt zu sammeln und kann berichten, dass ich bis auf StarWars Stoff für ein Geschenk keinen dazu gekauft habe… Auch Schnitte habe ich bereits 2 vernäht, die bislang im Dornröschenschlaf schlummerten…

    Antworten
  6. Amely

    Hallo Kathrin, die Jacke gefällt mir total gut! Hätte nicht gedacht, dass es Baumwoll-Fleece ist, sondern es eher für einen Walkstoff gehalten. Sieht in jedem Fall toll aus! Viel Spaß beim Tragen,
    Amely

    Antworten
  7. Ivonne

    Hihi, musste sehr schmunzeln beim Lesen. Denn ich fühle mich ähnlich gelähmt, in einer Art Winterstarre. Komme morgens nur schwer aus dem Bett und überhaupt nur schwer in die Gänge. Tut irgendwie gut zu wissen, dass man damit nicht allein ist 🙂
    Die Jacke finde ich sehr gelungen. Und klasse, dass du tatsächlich nach Bedarf nähst! Gerade vor so praktischen Dingen wie einer wärmenden Fleecejacke drücke ich mich immer gern 😉
    LG aus der Dresdner Höhle,
    Ivonne

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

4 + 5 =